WE CALL WONDER

Christiane Huber (München)

Eintritt € 14,00 | Ermäßigt € 7,00

Schwere Reiter NEU

27.10. 19:00

28.10. 19:00

29.10. 19:00

In deutscher, englischer und polnischer Sprache mit deutschen Übertiteln

  • Rollstuhlgerecht, eingeschränkt

WE CALL WONDER fragt nach unserem Umgang mit dem Unerklärlichen oder dem, was sich der Eindeutigkeit entzieht. Es fragt nach dem Stellenwert von Wundern in einer entzauberten Welt, und danach wie Krisen und Katastrophen Gemeinschaften und ihre Beziehung zum Glauben beeinflussen. Was lösen Jahrhunderte alte Wundererzählungen, die von Krankheiten, Naturkatastrophen und vor allem vom Überleben berichten, heute in uns aus, wie sind sie mit unserem spätmodernen Denken vereinbart. Und können sie aus heutiger Perspektive überhaupt noch erzählt und verstanden werden? Passen Wunder in unsere Lebenswelten?

 

Aufbauend auf ihrer performativen Soundinstallation WUNDER im Sommer 2021 in Altötting, untersucht die Regisseurin Christiane Huber zusammen mit einem internationalen Team von Künstler*innen die Wundertaten der Schwarzen Madonnen in Deutschland, Polen, Brasilien, Mexiko und Frankreich. Dabei entsteht eine ganz eigene Choreografie des Pilgerns und Wallfahrens, in der der vielstimmige Diskurs um die Schwarzen Madonna nachhallt. Denn um kein zweites Gnadenbild der katholischen Kirche ranken sich derart unterschiedliche Erzählungen. Rational ergründet und zugleich mystisch verklärt werden Herkunft und Zuschreibung. Sie reichen von Berichten einer zufälligen Nachdunkelung, über rassistische Exotisierung bis zum Symbol feministischer Ermächtigung und zeigen damit, wie unterschiedlich Geschichte erzählt werden kann, und dass Wunder durchaus widerständig wirken können, wenn man im Stande ist sie zu rufen. 

Performance  

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Mit Quindell Orton, Delaine Le Bas, Hana Umeda,  Duduzile Voigts Regie | Konzept Christiane Huber Dramaturgie | Text Anna Gschnitzer Musik Micha Seidenberg Video | Licht Sven Zellner Bühne Robert Keil  Choreografie Lena Grossmann Kostüm Pola Kardum Nora Stocker Recherche | Künstlerische Mitarbeit Cintia Rangel, Duduzile Voigts, Weronika Zalewska Text Antigone Akgün Künstlerische Produktionsleitung Rat&Tat Kulturbüro Presse und Öffentlichkeitsarbeit Simone Lutz PR

Christiane Huber ist Künstlerin und Theatermacherin. Sie studierte Psychologie in München und bildende Kunst/Soundart am Bard College in New York. Nach zahlreichen Kollaborationen in der freien Szene in Brüssel und internationalen Projekten, arbeitet sie in den letzten Jahren vor allem in München und im ländlichen Oberbayern. Ihre Praxis, die unterschiedliche Medien wie Sound-Art, Installation, Video, Partizipation und Performance umfasst, beschäftigt sich in den letzten Jahren vorwiegend mit Themen im Kontext von Erinnerungsarbeit, Nachkriegsgewalt und Leerstellen in der Geschichtsschreibung. Hier untersucht sie, wie künstlerische Forschung eingesetzt werden kann, um mit Erinnerungslücken umzugehen. Ihre aktuelle Arbeit untersucht die Rolle des Wunderglaubens und christlicher Ikonen im Umgang mit dem Unerklärlichen. Sie zeigte Arbeiten unter anderem in den Münchner Kammerspielen, im Gasteig/ DOK.Fest München, im Herzliya Museum in Israel, in der Meridian-Galerie in Peking, im Kaaitheater Brüssel und in der Oper in Lille.

 

Anna Gschnitzer studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie arbeitet als Autorin, Dramaturgin und Regisseurin, zuletzt an den Münchner Kammerspielen als Dramaturgin. Sie wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u.a. mit dem Jahresstipendium der LiterarMechana, dem Dramatik Stipendium der Stadt Wien und dem Publikumspreis des Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik. 2021 erhielt Sie den Publikumspreis des Heidelberger Stückemarkts für ihr Stück EINFACHE LEUTE, das am Staatstheater Mainz uraufgeführt wurde.

 

Robert Keil wurde 1987 in Penzberg geboren. Er absolvierte 2018 als Meisterschüler von Prof. Olaf Nicolai sein Diplom an der Kunstakademie München, dann den MFA in Sculpture am Bard College New York – gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes und den DAAD. Mit konzeptuellem Ansatz arbeitet der Bildhauer mit klassischen Materialien, aber auch mit selbst programmierter Software, magnetischer Kraft oder vierblättrigen Kleeblättern. In diversen Kontexten wurden seine Arbeiten sowie seine Performances gezeigt z.B. Kammerspiele München, Loggia, Bard College NY, Hayward Gallery, KUB Arena Bregenz, New Bretagne Belle Air, Eigen + Art lab.

 

Weronika Zalewska ist Absolventin des Studiengangs Multimedia-Design an der Königlichen Akademie KASK in Gent. Sie arbeitet mit Videoinstallationen, Skulpturen und Performances, in denen sie Themen wie Feminismus, Stadtlandschaft, Zukunftsforschung, Ökologie und Anthropologie bearbeitet. Ihr besonderes Interesse gilt einer post-künstlerischen Verschmelzung von Kunst, Aktivismus, Philosophie und Wissenschaft. Sie versucht hier polyphonere Perspektiven zu entwicklen jenseits einer institutionalisierten, am Markt orientierten Kunst. In den letzten Jahren ist ein bedeutender Teil ihrer künstlerischen Praxis aus Projekten hervorgegangen, die mit dem Kollektiv School of Love entstanden sind, einer Plattform, die experimentelle Lösungen und Alternativen zu Hierarchie/Ausgrenzung in Kunstinstitutionen erforscht und Konzepte sozialer und politischer Liebe untersucht. Zurzeit ist sie im Consortium of Post-Art Practices aktiv, einer informellen Gruppe von Künstler*innen, Aktivist*innen und Kurator*innen, die in Polen ansässig ist und sich im Bereich des praktischen Diskurses von Antifaschismus und Feminismus engagiert. Derzeit lebt sie in Warschau.

Produktion Christiane Huber mit freundlicher Unterstützung der LH München – Kulturreferat, des BA9 Nymphenburg Neuhausen Koproduktion SPIELART Theaterfestival