USAMBARAVEILCHEN

Franziska Angerer (München)

Eintritt € 7,00 | Ermäßigt € 5,00

Einstein Kultur | Halle 3

04.11. 18:00 – 21:00

05.11. 15:00 – 21:00

06.11. 15:00 – 21:00

Weitere Informationen zum Einlass ab 01.10.

In deutscher und englischer Sprache

  • Rollstuhlzugang mit Aufzug

In Deutschland verkommt es zu einer preisgünstigen Zimmerpflanze, zum dekorativen Wegwerfprodukt – eigentlich stammt das Usambaraveilchen aber aus dem Usambara-Gebirge in Tansania. Fasziniert von dieser Entfremdung verfolgt die junge Regisseurin Franziska Angerer die Spuren der Pflanze auf ihrem Fensterbrett und stößt auf Biopiraterie und koloniale Strukturen in der Botanik. Ein Kolonialbeamter schickte die Pflanze 1892 an seinen Vater in Berlin. Von dort gelangt sie in die Hände eines Samenzüchters, der das Saatgut bis in die USA versandte. In dem installativen Klangraum USAMBARAVEILCHEN verschafft ein transnationales Team aus Künstler*innen und Wissenschaftler*innen der Pflanze nun Gehör. Hier wird sie zur Zeugin und Akteurin, die über Regionen und Kontinente, Geschichten und Systeme hinweg verschiedene Stimmen verbindet. USAMBARAVEILCHEN zeichnet die Wege der Pflanze nach, reanimiert untergegangene Perspektiven und macht sie für die Zusehenden und Zuhörenden sinnlich erfahrbar.

 

Installation   Musik  

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Idee | Konzept | Künstlerische Leitung Franziska Angerer in Zusammenarbeit mit Claude Jansen (COME IN TENT) Konzept | Raum Valentina Pino Reyes Konzept | Klangkomposition | Stimme Christine Börsch-Supan Konzept | Beratung deutsche Kolonialgeschichte Aino Moongo (CIT) Texte von Franziska Angerer, Claude Jansen, Aino Moongo Lichtdesign Michael Bischoff

Franziska Angerer arbeitete zunächst als Tänzerin, studierte dann Theologie und Germanistik und später Regie an der Theaterakademie August Everding. Während des Studiums entwickelte sie interdisziplinäre Musiktheater-Projekte und inszenierte am Stadttheater Aschaffenburg und am Residenztheater München. Ihre Inszenierung APOCALYPSE (NOT NOW) wurde zum Körberstudio Junge Regie eingeladen. Am Staatstheater Darmstadt inszenierte sie DICHTERLIEBE in der Komposition von Christian Jost als filmisches Musiktheater und die ortsspezifischen Musiktheaterinstallation OSTHANG in der Komposition von Arne Gieshoff. Ihre Musiktheater-Installation WELCOME TO THE GARDEN, gefördert vom Fonds Darstellende Künste, feierte im Juni 2021 Premiere in München im Theater HochX. Im November 2021 bringt sie zusammen mit einem transnationalen Team im Rahmen des SPIELART Theaterfestivals die Klanginstallation USAMBARAVEILCHEN zur Aufführung und inszeniert am Landestheater Tübingen. 

 

Christine Börsch-Supan ist Sängerin, Komponistin und Performerin. Sie studierte Jazzgesang und „Digitale Musikproduktion und Live-Elektronik“ an der Hochschule für Musik in Würzburg. Ihr künstlerischer Schwerpunkt ist die Band Hope, eine vierköpfige Avantgardepop-Formation, die sich 2014 gründete. Neben Hope komponiert, singt und performt sie für Theater- und Tanzproduktionen sowie spartenübergreifende Performances, u. a. Soundkonzept und Stimme für ECHO+NARZISS (Impulstanz Wien 2017), NARKOSIS (Open Spaces Berlin 2017), die immersive Konzertinstallation HOPE + MORITZ MAJCE (Pop-Kultur Berlin 2018) und RE-MEMBER  (Kampnagel Hamburg 2020).

 

Valentina Pino Reyes geboren 1987 in Santiago de Chile, ist ausgebildete Theatermalerin. Seit 2015 studiert sie Bühnen- und Kostümbild bei Prof. Katrin Brack an der AdbK München. Sie arbeitete als Ausstatterin u. a für die Produktionen KLEIN ZACHES, MEIN ZINNOBER an den Münchner Kammerspielen, REGEL 5/22 an der Otto Falkenberg Schule, AUF EWIG UNSER GESTERN am Residenztheater, APOKALYPSE (NOT NOW), eingeladen zum Körber Studio 2018, METAMORPHOSEN an der Theaterakademie August Everding, JUGEND OHNE GOTT am Landestheater Coburg,  BLAUE STILLE von Maya Arad Yasur am Landestheater Schwaben und  WELCOME TO THE GARDEN im Hoch X in München. USAMBARAVEILCHEN ist bereits die fünfte Zusammenarbeit mit der Regisseurin Franziska Angerer. Valentina Pino Reyes forscht außerdem zu verlassenen Theatern in Chile.

 

Claude Jansen lebt seit 1996 in Hamburg – seit 2011 auch temporär in Kapstadt | Südafrika. Mit dem Studium für Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen ist sie Gründungsmitglied und Performerin von She She Pop. Darauf folgen 12 Jahre mit dem transnationalen Künstlerlabel Hajusom. Seither arbeitet sie als freie Dramaturgin, Kuratorin, unterrichtet an Universitäten, leitet Workshops und hält Vorträge – alle Tätigkeiten mit Fokus auf transnationale (künstlerische) Vermittlungs- und Dekolonisierungspraktiken zwischen Afrika und Europa. Sie arbeitet vornehmlich zu Themen wie Animismus und Heilung in Kunst & Akademie. Im Jahr 2019 beginnt sie mit ihrem Programm: FEMALE DECOLONISATION – THE RE-ENACTMENT OF THINGS, das sie in Kooperation Bisrat Negassi entwickelt und durchführt. Im Jahr 2020 begründen die beiden Frauen das transnationale Label und Künstlerinnen Kollektiv COME IN TENT.

 

Aino Moongo ist eine in Oshakati geborene Namibierin, aufgewachsen in Angola, Sambia und Schweden. Sie ist seit 2016 Kuratorin und Gründungsmitglied der STOLEN MOMENTS: NAMIBIAN MUSIC HISTORY UNTOLD Ausstellung. Die Wanderausstellung wurde in Bayreuth, Basel, Berlin und London gezeigt. Aino Moongo studierte Kommunikation in Namibia und befindet sich derzeit im Masterstudium in Deutschland. Sie arbeitete unter anderem als kuratorische Assistenz für die Ausstellungen FUTURE AFRICA – VISIONS IN TIME in Windhoek, Namibia und SPACES – PERCEPTION. REFLEXION. IN-TER-VENTION in Bayreuth.

Debütförderung der Stadt München Koproduktion SPIELART Theaterfestival Kooperation Museum Fünf Kontinente