Keith Zenga King
BUILDING UTOPIA
In einer Reihe von Texten gibt die Schwarze Trans* interdisziplinäre Künstlerin, Autorin, Kuratorin und Theatermacherin Keith Zenga King Einblicke in ihren Forschungsprozess, der sich mit einem neuen Konzept von Utopie befasst, das auf sozialer Verbundenheit und kollektiver Vorstellungskraft unterschiedlichster Communities aufbaut.
Die Geschichten der Welt dringen in unsere Gegenwart ein
Inmitten der Corona-Krise brachen weltweit Black-Lives-Matter-Proteste aus. Dies war nicht nur eine Folge der unverhältnismäßigen Auswirkungen dieser Krise auf Schwarze, sondern auch eine Folge des seit langem bestehenden, tief verwurzelten strukturellen Rassismus im öffentlichen Leben, der weltweit in den Vordergrund gerückt wurde, einschließlich des Anstiegs des antimuslimischen Rassismus, des Antisemitismus, des antislawischen Rassismus, der flüchtlingsfeindlichen Stimmung und einer Gegenreaktion auf den Schutz der Menschenrechte von LGBTQI-Personen. Die Geschichten der Welt dringen in unsere Gegenwart ein.
Die Welt ist zerrissen. Wie können wir unsere kollektive Vorstellungskraft für eine bessere Welt entfalten, wenn wir nur die Grenzen des Möglichen vor uns sehen? Können wir Hoffnung und Verzweiflung miteinander verbinden, um diese Welten, die heute vor Dunkelheit glänzen, zu einer neuen Einheit zusammenzufügen? Ist eine vollkommene Welt eine Möglichkeit?
Als ,Utopie’ wird gewöhnlich eine ,imaginäre’ Gemeinschaft oder Gesellschaft bezeichnet, die für ihre Mitglieder sehnlichst erwünschte oder nahezu perfekte Eigenschaften aufweist.
Hier wird ,Utopie’ neu konzeptualisiert: als Gemeinschaft, die auf kollektiver radikaler Vorstellungskraft und spekulativer Weltgestaltung durch Konstellationen und Verflechtungen von Unterschieden beruht.
Forschungsprozess & Workshops
Im Rahmen des Forschungsprozesses zu BUILDING UTOPIA lädt die Kuratorin Keith Zenga King Künstler*innen, Visionär*innen, Aktivist*innen, Denker*innen und Intellektuelle mit unterschiedlichen Hintergründen, Realitäten, Erfahrungen und sozialen Positionen aus verschiedenen Communities ein, um zu untersuchen, wie eine gleichberechtigtere und gerechtere Welt trotz der Unterschiede zwischen den Gemeinschaften durch Momente der Selbstbeobachtung und der sozialen Verbundenheit geschaffen werden kann, um Raum für utopische Ideen der Zusammenarbeit zu schaffen.
Die Ergebnisse dieses Workshops werden am 11. Juni, 19:00 – 20:30 im Rahmen einer Lecture Performance und Video-Showings im EineWeltHaus in München präsentiert.
BUILDING UTOPIA (Workshops & Showing) ist in Kooperation mit: PLUS – Menschen wie wir e.V. und SPIELART Theater Festival, gefördert durch: Fonds Darstellende Künste mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Der Eintritt ist frei. Der Zugang zum EineWeltHaus ist barrierefrei.
Über Keith Zenga King
Keith Zenga King ist eine Schwarze Trans* interdisziplinäre Künstlerin, Autorin, Kuratorin und Theatermacherin aus Uganda, die in München lebt. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Queer-Diskurs, Performance und Politik. Bevor sie ins europäische Exil floh, setzte sich Keith Zenga King für die Rechte von Queer- und Trans-Ugander*innen ein.
Seit ihrer Flucht erforscht Keith Zenga Kings Arbeit die Schaffung neuer textures und Verkörperungen an der Schnittstelle intersektionaler Identitäten, an der sie lebt.