ODER KANN DAS WEG
Serge Okunev (Jekaterinburg | München)
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Ist das noch Kunst oder schon Propaganda? Dieser Frage gehen der Regisseur Serge Okunev und der Schauspieler Hamir Ssemwogerere anhand ihrer persönlichen Geschichten nach: Der eine, in Russland geboren, leistete selbst bis 2015 Wehrdienst in der russischen Armee. Als Mitarbeiter eines militärischen Gesangs- und Tanzensembles war er an der Aufführung von militärischen Liedern und Volkstänzen beteiligt, die die russischen „Helden“ vergangener Zeiten verherrlichten. Der andere, in Uganda geboren, war Teil des Casts von 27 GUNS, einem idealisierenden Biopic über den seit mittlerweile 39 Jahren amtierenden ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni. In einer Mischung aus Performance und Reenactment setzen sich die beiden selbstkritisch mit den Kunstprojekten ihrer Vergangenheit auseinander und übernehmen Verantwortung für ihr damaliges Handeln.
Einfach gesagt
Zwei Künstler schauen auf Kunstprojekte aus ihrer Vergangenheit und fragen: Ist das Kunst oder Propaganda? Propaganda heißt: Menschen gezielt beeinflussen und nur eine Seite zeigen. Bei den Projekten geht es um „Helden“ in Ländern mit autoritären Politiksystemen. Das heißt: Wenige Menschen haben sehr viel Macht, und Kritik ist oft nicht erlaubt.
Biografie(n)
Serge Okunev wurde 1991 in Jekaterinburg (Russland) geboren, studiert seit 2023 Regie im Master an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt er sich mit den Themen Krieg, Macht und Propaganda. Die Produktion ODER KANN DAS WEG ist seine erste dokumentarische Stückentwicklung.
Nachdem er seine Karriere in Uganda als Stand-Up Comedian begonnen hatte, war Hamir Ssemwogerere als Film- und Fernsehschauspieler tätig und spielte 2018 in dem Film 27 GUNS mit, einer Propagandaproduktion für den ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni. Bis Sommer 2024 war er Gaststudent Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München.
In der Nähe Berlins aufgewachsen, studiert Fabian Blum seit 2019 Komposition in der Klasse von Prof. Eggert an der Hochschule für Musik und Theater München. Er hat an der Kompositionswerkstatt Opus One der Berliner Philharmoniker teilgenommen und wurde 2024 zum Young Composer Meeting des Orkest De Ereprijs eingeladen. Zudem hat Fabian Blum bereits mit Theaterhäusern wie dem Staatstheater Nürnberg und dem Residenztheater München zusammengearbeitet.
Nina Moortgat ist eine interdisziplinäre Theatermacherin, die zwischen Schauspiel, Schreiben, Dramaturgie und Regie navigiert. Als Autorin sucht sie das Poetische im Performativen. Ihre Arbeiten entstehen oft in sozialen und partizipativen Kontexten. Sie studierte u. a. an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, LUCA School of Arts in Brüssel und präsentierte 2025 ihr Projekt HOLA, BONJOUR, SALAM im Hetpaleis in Antwerpen.
Nach ihrem FSJ Kultur in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Münchner Kammerspiele studierte Elena Saalfrank im Bachelor Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Danach absolvierte sie eine Hospitanz an den Münchner Kammerspielen sowie zwei Praktika in der Dramaturgie und eine Gast-Regieassistenz am Münchner Residenztheater. Während ihres Dramaturgie Masterstudiums an der Bayerischen Theaterakademie August Everding betreute sie drei Produktionen dramaturgisch und war an der Umsetzung des UWE:Festivals beteiligt.
Geboren 1999 in Bačka Topola, Serbien, studiert Mila Jarilova seit 2022 Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sie arbeitet multidisziplinär in den Bereichen Bildende Kunst, Performance, Figur- und Objekttheater. Währenddessen war sie als Bühnen- und Kostümbildassistentin am Münchner Residenztheater an der Produktion TICK TACK beteiligt, stand in REINOLDES GARTEN von Vici Dewinski auf der Bühne des Berliner Ringtheaters und inszenierte und performte in Zusammenarbeit mit Tommaso Tezzele THIS IS NOT A PICNIC.
zhenya efros wurde 2004 in St. Petersburg in einer halb jüdischen Familie geboren, die nach Kriegsausbruch sowie aufgrund wachsender Queerfeindlichkeit und Antisemitismus, Russland verließ. Heute lebt zhenya efros in Deutschland, wo er als Theatermacher aktiv ist. An der HfBK Dresden studiert zhenya efros Kostüm und Bühnenbild bei Barbara Ehnes und war Teil der Szenografie-Klasse von Nina von Mechow an der Akademie der Künste Wien. Seine Arbeiten befassen sich mit Queerness, Judentum und politischen Körpern.
2000 in München geboren, studierte Paula Kraus Germanistik in Wien. Derzeit setzt sie ihr Studium der Komparatistik und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München fort. Seit 2024 ist sie Praktikantin bei LIX, einer Lesereihe im HochX Theater und Live Art in München. Außerdem absolvierte sie Regiehospitanzen bei Jan-Christoph Gockel und Karin Henkel an den Münchner Kammerspielen.
Besetzung
Regie
Serge Okunev
Performance
Hamir Ssemwogerere | Serge Okunev
Text
Nina Moortgat | Elena Saalfrank
Komposition & Sound
Fabian Blum
Video
Serge Okunev | Zhenya Efros
Bühne
Zhenya Efros
Kostüm
Mila Jarilova
Dramaturgie
Elena Saalfrank
Regieassistenz
Paula Kraus
Hinweis
Einsatz von Stroboskop-Licht
Zugänglichkeit
Produktion & Realisierung
Produktion
Eine Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Studiengang Regie für Musik- und Sprechtheater, Performative Künste (Leitung: Prof. Sebastian Baumgarten).
Serge Okunev ODER KANN DAS WEG wird präsentiert von SPIELART Festival München in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen.
