PENDING
January Low (Kuala Lumpur)
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Europäische Erstaufführung
Ein Proberaum. Stille. Eine Tänzerin verharrt in einer Pose, dann wiederholt sie eine Bewegung. Übungen, Instruktionen, Pausen – alles deutet auf ein intensives inneres Ringen hin. In PENDING öffnet die hochpräzise Tänzerin des indischen Odissi, January Low, das Fenster zu einem Prozess, den das Publikum sonst kaum sieht: die stille, oft einsame Suche nach Perfektion. Während der Corona-Pandemie verlagerte sich ihr Training ins Digitale – ohne Bühne, ohne Applaus. Diese Zeit nutzte sie nicht nur zur technischen Verfeinerung, sondern auch zur Reflexion: über Geduld, über Mitgefühl, über die traditionelle Rolle der Frau – und Mutter – im klassischen indischen Tanz. Was bedeutet es, Odissi zeitgemäß als Frau zu praktizieren, und wie lässt er sich weiterentwickeln? Mit Fokus auf die „heilige Ruhe“ [engl. „sacred stillness“] des Übens, macht January Low in ihrer Praxis die Tiefe und Unsichtbarkeit künstlerischer Arbeit erlebbar – jenseits des erwarteten „Endprodukts“ einer Performance.
Einfach gesagt
Als Tänzerin muss January Low sehr viel üben. Normalerweise sieht das Publikum nur den fertigen Tanz auf der Bühne. In diesem Stück zeigt sie, wie das Üben aussieht. Außerdem geht es um den Tanz Odissi. Das ist ein klassischer Tanz aus Indien. Darin werden Frauen oft als schön und gehorsam gezeigt. January Low fragt sich: Wie kann ich diesen Tanz heute als moderne Frau anders tanzen?
Biografie(n)
January Low ist eine malaysische Tänzerin mit fast 30 Jahren Erfahrung im klassischen indischen Odissi-Tanz. Sie wurde im Sutra Dance Theatre ausgebildet und tourte fast zwei Jahrzehnte mit der Kompanie. Seit ihrem Austritt 2009 beschäftigt sie sich mit der persönlichen und zeitgenössischen Vermittlung von „Odissi“. Über die Jahre beobachtet sie sensibel das Zusammenspiel von Tanz und Leben – und wie „Odissi“ in ihrem eigenen, südostasiatischen Frauenkörper fortbesteht. Als Mutter von drei Kindern thematisiert sie Selbstbestimmung, Objektifizierung und die Kommerzialisierung der klassischen indischen Tänzerin.
Bryan Chang ist Designer und Künstler und arbeitet an der Schnittstelle von Grafikdesign, Szenografie und Medienkunst. Er kooperierte mit Künstler*innen, Theaterkompanien, Kulturorganisationen, Medienhäusern, Gastronomiebetrieben und internationalen Festivals. Für seine Arbeiten in Licht-, Sound- und Multimediadesign im Bereich Theater und Tanz wurde er vielfach für Kunstpreise nominiert. Zudem ist er Mitbegründer des Sans Collective – einem interdisziplinären Kollektiv für Performance- und Ausstellungsprojekte.
Besetzung
Konzept, Regie & Performance
January Low
Licht & Multimedia
Bryan Chang
Choreografie
Bijayini Satpathy | Smt Sonali Mohapatra
Komposition
Pandit Raghunath Panigrahi | Shri Abhiram Nanda
Hinweis
Für das Programm BIRDS ON PERIPHERIES gilt beim Kauf von Tickets für alle drei Produktionen ein reduzierter Preis: Jedes Ticket kostet dann nur 5 € pro Vorstellung.
Zugänglichkeit