YOLDAŞ – FRAUEN, DIE EINANDER HALTEN

Nihan Devecioğlu (München)

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Uraufführung

„Das, was BMW zu dem machte, was es heute ist, das waren wir“, so Emine Ulusen, die 38 Jahre lang Arbeiterin im BMW-Werk München war. Zusammen mit Evgenia Karakolidis und Anayurt Kırımlı gehört sie der ersten Generation von Gastarbeiter*innen in Deutschland an. Sie sind „Yoldaş“ – Freundinnen und Wegbegleiterinnen. Der Großteil ihres Lebens spielte sich im BMW-Werk ab, wo sie Zeiten der Sprachlosigkeit, der psychischen Verausgabung und der harten körperlichen Arbeit erlebten. Die Sängerin Nihan Devecioğlu wuchs als Enkelin von türkeistämmigen Arbeiter*innen im Umfeld des Werks auf. Nun schafft sie einen poetisch-musikalischen Raum für Erinnerungen – an ihre eigene Kindheit im München der 1980er Jahre und an die Frauen, deren Arbeit bis heute unsichtbar blieb. Frauenstimmen, kombiniert mit dem Klang der Maschinen und dokumentarischem Filmmaterial, fügen sich zu einer lebendigen Collage der Zeitgeschichte – und werden zugleich zu einem Ausdruck von Selbstermächtigung und weiblicher Solidarität.

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Einfach gesagt

Vier Frauen kamen vor vielen Jahren aus der Türkei nach Deutschland, um bei BMW zu arbeiten. Ihre Geschichten erzählen von harter Arbeit und von Freundschaft. Die Sängerin Nihan Devecioğlu erinnert mit Musik und Film an die Geschichte der Frauen.

 

Biografie(n)

Nihan Devecioğlu, geboren in Istanbul und aufgewachsen in München, ist Konzert- und Opernsängerin, Komponistin und Performerin. Ihre Stimmpraxis verbindet westliche Klassik mit türkischer Sufi- und Volksmusik sowie Avantgarde und Weltmusik. Auftritte führten sie u. a. in die Carnegie Hall und an die Brooklyn Academy of Music. Seit 2015 komponiert sie für Theater und Tanz und wurde ausgezeichnet mit Stipendien des Kulturreferats München und dem Fellowship Art OMI Stipendium in New York.

Cana Bilir-Meier, geboren in München, ist Künstlerin, Filmemacherin und Kunstpädagogin. Sie studierte in Wien und Istanbul und lehrte 2021 an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 2016 kuratiert sie für das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest und arbeitet mit dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Ausgezeichnet u. a. mit dem ars viva Preis (2019), dem Bayerischen Kunstförderpreis (2020) und dem Outstanding Artist Award (2021).

Alexey Kokhanov, geboren in Moskau, ist Vokalist, Performer und Klangkünstler. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Musik und experimenteller Performance. Dabei setzt er sich mit der Wechselwirkung zwischen Raum, Architektur und Musik auseinander und vermittelt in Workshops und Meisterkursen neue Zugänge zur Improvisation. Vielfältige Theater- und Opernprojekten führten ihn u. a. zum Holland Festival, ans WIELS Museum Brüssel und das Staatstheater Karlsruhe. Aktuell lebt er in Berlin.

Viktorie Knotková ist Dramaturgin, Librettistin, Moderatorin und Kulturvermittlerin. Ihr Schwerpunkt liegt in internationalen Kooperationen, mehrsprachigen und interkulturellen Projekten. Nach einem Festengagement am Prager Kammertheater unter der Leitung von Dušan D. Pařízek von 2009 bis 2012 war sie von 2012 bis 2018 am Theater Bremen engagiert und arbeitete dort anschließend bis 2023 als Gastdramaturgin. Parallel war sie von 2021 bis 2023 Leitende Dramaturgin am Zentrum für experimentelles Theater in Brno (CZ), Divadlo Husa na provázku. Seit Oktober 2024 ist sie feste Dramaturgin am Maxim Gorki Theater in Berlin.

Besetzung

Konzept, Interviews, Performance, künstlerische & musikalische Leitung

Nihan Devecioğlu 

Videokünstler*in & Kamera

Cana Bilir–Meier | Tizian Stromp Zargari

Mitarbeit Musik & Konzept 

Alexey Kokhanov 

Mitarbeit Regie 

Frank Abt 

Dramaturgie 

Viktorie Knotková 

Szenografie

Ragna Heiny 

Sounddesign & Technische Leitung 

Ada Binaj 

Künstlerische Produktionsleitung 

Rat & Tat Kulturbüro

Hinweis

Zugänglichkeit

Rollstuhlgerecht Rollstuhlzugang über Aufzug, Anmeldung erforderlich

Produktion & Realisierung

Gefördert durch 

das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Verband freie Darstellende Künste Bayern e.V. im Rahmen der Prozessförderung des „Förderpakets Freie Kunst 2025“ mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst 

Koproduktion

SPIELART Festival München | Maxim Gorki Theater