WHEN DO WE WANT IT?

Ein Themenschwerpunkt zu Climate Justice

„What do we want? – Climate Justice! – When do we want it? –“ rufen die Aktivist*innen von Fridays for Future seit Beginn der Klimabewegung 2018. Heute ist Greta Thunberg volljährig und das Pariser Klimaschutzabkommen in einem neuen Jahrzehnt angekommen. Die Bedingungen, wie auch die Auswirkungen der Klimakrise sind weltweit ungleich verteilt. Fragen von Climate Justice sind immer auch an die der Climate Fragility gebunden: In den bereits jetzt vom Klimawandel stark betroffenen Regionen führt die klimatische und ökologische Katastrophe zu zusätzlichen politischen, sozialen wie ökonomischen Verwundungen. Das gilt insbesondere für indigene und marginalisierte Gruppen, die alte wie neue Strategien erproben, um mit den klimatischen Veränderungen umgehen zu können. Anknüpfend an Taigué Ahmeds Tanzstück „The Drying Prayer“ zur Klimakatastrophe am Tschadsee soll der Themenschwerpunkt am Eröffnungswochenende des Spielart Festivals nicht resigniert in die Zukunft blicken, sondern in Talks, Workshops und künstlerischen Positionen ausloten, wie und unter welchen Bedingungen die Darstellende Kunst für Klimagerechtigkeit einstehen kann: „– Now!“.

 

Weitere Informationen ab 01.10.


 
   

SHORING UP STABILITY

Die Tschadseeregion im Klimawandel, Fotografien von Arno Trümper

Orte: HochX 23.10.-6.11. und Bellevue di Monaco 23.-24.10.
Ausstellungseröffnung: 23.10. 18.00 im Hoch X

 

Die Fotografien von Arno Trümper entstanden 2018 und 2019 anlässlich einer Forschungskampagne der unabhängigen Denkfabrik und Beratungseinrichtung für Klima, Umwelt und Entwicklung adelphi in der Tschadseeregion. Der Münchner Fotograf und Journalist Arno Trümper begleitete die Wissenschaftler*innen bei ihren Feldforschungen zur Verbindung von Klimawandel und politischen wie gesellschaftlichen Konflikten in der Region. Die Fotografien zeigen Orte und Bewohner*innen aus Niger, Nigeria und dem Tschad und illustrieren die adelphi-Studie, welche unter dem Titel „Shoring up stability“ erschienen ist. Die Porträts und Landschaftsaufnahmen bilden den visuellen Rahmen für den Themenschwerpunkt zu Klimagerechtigkeit.

 

Arno Trümper arbeitet als Reporter und Programmplaner für den Bayerischen Rundfunk. Gleichzeitig realisiert er als Fotograf und Filmemacher diverse Projekte – unter anderem für 3sat, ARD, ARTE, adelphi und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Der studierte Ethnologe und Dokumentarfilmer wurde für seine Arbeiten mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

 

VON DER UN/MÖGLICHKEIT MIGRANTISCH-POLITISCHER RÄUME

Eine Diskussionsveranstaltung mit Ülkü Süngün, Nabila Abdel Aziz, Cana Bilir-Meier und Tunay Önder

Zeit: 19.30-21.00 | Ort: Münchner Forum für Islam, Hotterstraße 16, 80331 München

 

In der Stadt des Oktoberfest-Attentats, der NSU-Morde und des rechtsterroristischen Attentats am OEZ kommt die Künstlerin und Aktivistin Ülkü Süngün (Stuttgart) mit Vertreter*innen aus Aktivismus, Kunst und Journalismus ins Gespräch, um die UN/MÖGLICHKEIT MIGRANTISCH-POLITISCHER RÄUME in der Stadt zu befragen. Bei geringer Sicht- und Hörbarkeit der Opferangehörigen und ihrer Bedarfe und Wünsche, scheinen Strukturen und Organisationen zur Solidarität mit Betroffenen rechter Gewalt sowie ihre Vernetzung untereinander erschwert zu sein. Mit der Journalistin Nabila Abdel Aziz und den Künstlerinnen und Kunstvermittlerinnen Cana Bilir-Meier und Tunay Önder werden Fragen nach Gründen erörtert. Welche Bedeutung hat die Bezeichnung von Straftaten als „rassistisch“ für ihre gesellschaftliche Aufarbeitung? Welche Rolle spielt eine durch Gentrifizierung gezeichnete weiß-homogene Innenstadt bei der Verunmöglichung zentraler, migrantisch-politischer und solidarischer Räume in der Stadtöffentlichkeit? Die Notwendigkeit dieser Räume – auch für eine Opferhierarchien überschreitende Solidarität zwischen Communities – und Strategien ihrer empowernden Konstitution zeigen die Gäste mit ihren unterschiedlichen journalistischen, künstlerischen und aktivistischen Herangehensweisen auf.

Mit anschließender Publikumsdiskussion.

 
 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit AusARTen - Perspektivwechsel durch Kunst 

 
 

 

TO GATHER (HOW TO GET CLOSER)

Ein hybrides Austauschformat zu transnationalem Arbeiten und Kuratieren in den Performing Arts

TO GATHER sammelt Perspektiven zu transnationalem künstlerischen Arbeiten und Kuratieren in einem Kontext von Abschottung und Entfremdung, der geschlossene Räume und Institutionen mit sich bringt. Wie kann ein internationales Theaterfestival 2021 kuratiert, verstanden und daran partizipiert werden?

Die Pandemie ist in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zum Katalysator geworden, hat Ungleichheiten noch deutlicher zutage treten lassen oder verstärkt. Das gilt auch für den Bereich der Performing Arts: Während Künstler*innen des globalen Nordens größtenteils auf staatliche Unterstützung bauen konnten, war ein Produktionsstopp für Künstler*innen des globalen Südens oft keine Option und Subventionsmöglichkeiten durch lokale Institutionen kaum gegeben. Welche Produktionsstrukturen bleiben, wenn die Pandemie das künstlerische Produzieren und Zeigen über Grenzen hinweg erschwert und unmöglich macht? Wie können Räume des Zusammenkommens und des Austausches etabliert werden? Welche Chancen eröffnen transnationale Kurator*innenschaften und Mentoringprojekte? Und welche Möglichkeit bietet das Internet als globaler Raum? TO GATHER (HOW TO GET CLOSER) soll zum Ausklang des Festivals über Grenzen hinweg Ideen zum kollektiven Arbeiten austauschen und diverse Verständnisse von einem gerechten Produzieren und Kuratieren sammeln, weitergeben und aufbewahren.