eine kurze Vorstellung

Barrierefreiheit: Ein Beirat fürs Festival

Wie ist der Beirat entstanden und wie setzt er sich zusammen?

Unsere Kollegin, die Dramaturgin Silja Gruner, brachte vom AUA Festival in Bern die Idee eines Beirates für Barrierefreiheit mit, um das SPIELART Festival München barriereärmer zu gestalten. Teil des Beirats sind Menschen mit verschiedensten Einschränkungen aus dem Kreativlabor der Pfennigparade, dem Behindertenbeirat München, von Randgruppenkrawall, der Theatergruppe GESTUS und der Offenen Behindertenarbeit der Diakonie.

Was sind die Ziele der Zusammenarbeit?

Ziel ist mit direkt Betroffenen ein Maßnahmenpaket zu erarbeiten in Richtung barrierearmes SPIELART Festival München. Dabei nehmen die Mitglieder des Beirates eine beratende Funktion für das SPIELART-Team ein. Gemeinsam sind wir die Öffentlichkeitsarbeit durchgegangen, um diese für die Zielgruppen zugänglicher zu gestalten. Zu den empfohlenen Maßnahmen zählen u. a. sogenannte ALT-Texte (alternative Texte) zur Beschreibung von Grafiken und Bildern, die von einem Screenreader für Menschen mit Sehbehinderung vorgelesen werden können und auch Ankündigungstexte in Leichter oder Einfacher Sprache, beispielsweise auf der Webseite oder im Newsletter. 

Unser Wunsch ist es zwei Produktionen FÜR ALLE anbieten zu können. FÜR ALLE bedeutet in unserem Fall, dass wir Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen die Möglichkeit geben wollen, barrierearm die Vorstellungen besuchen zu können. Dafür hat der Beirat uns Hinweise geliefert, was wir dafür beachten müssen. Die empfohlenen Maßnahmen reichen von Relaxed Performance, Einführungen in Leichter Sprache, Audiodeskription, Übersetzung in Gebärdensprache bis hin zu Hilfspersonal vor Ort.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Einerseits müssen wir für die Zusammenarbeit alle Bedürfnisse der Beteiligten im Blick haben und beispielsweise auf die Barrierefreiheit bei den Sitzungsorten achten. Eine große Herausforderung ist die Finanzierung der vom Beirat empfohlenen Maßnahmen. Leider haben wir bislang keine Förderung für dieses Thema erhalten und müssen nun mit dem regulären Festival-Budget zurechtkommen. Das ist sowohl für das Team als auch den Beirat unbefriedigend.

Wie geht es weiter?

Im Fokus steht jetzt vor allem, die Communities darüber zu informieren, welche Vorstellungen für sie leicht zugänglich sind. Vertreter*innen des Beirats werden auf der Pressekonferenz und in einem Social Media-Video einen Einblick in ihre Arbeit geben. Wir werden bis zum SPIELART Festival Events der Communities besuchen und die Produktionen vorstellen. Parallel arbeitet unsere Kollegin Gesine Allmann daran, die empfohlenen Maßnahmen umzusetzen. Das bedeutet u. a., mit Produktionsleitungen und Künstler*innen zu kommunizieren, was möglich ist, und auch externe Akteur*innen zu involvieren, wie DGS-Dolmetscher*innen.

Wer seid ihr?

Wir sind Laura Lechner, Ticketing und Mitarbeit Marketing bei SPIELART, und Stefanie Pilz, Kulturmanagerin und -vermittlerin, und wir haben in den letzten Monaten gemeinsam den Beirat für das SPIELART Festival betreut.

Wer die Menschen des Beirats sind, erfahrt ihr in den Kurz-Interviews: Wir haben sechs der Mitglieder – Patricia Koller, Lisa Reitze, Elke Jan, Ralf Otto, Kim Jensen und Lina Mattei – jeweils unsere 3 Fragen gestellt.

Eine Gruppe von sieben Personen steht in einer schmalen Gasse im Freien, umgeben von hellen Gebäuden und grüner Vegetation. In der Mitte sitzt eine Frau im Rollstuhl, sie hat eine große Tasche auf dem Schoß, die wie ein Katzenkopf aussieht. Die anderen sechs Personen stehen um sie herum, zwei Männer und vier Frauen. Eine der Frauen rechts außen hält einen weißen Blindenstock. Alle blicken in die Kamera und lächeln. Die Atmosphäre wirkt freundlich und entspannt.
v. l. n. r.: Regina Kögler (Kreativlabor Pfennigparade), Mark Petersen (GESTUS Theater), Kim Jensen (GESTUS Theater), Patricia Koller (Randgruppenkrawall), Ralf Otto (DanceAbility), Elke Jan (Sensitivity Readerin)