Programmlinie
BIRDS ON PERIPHERIES
In einem Vogelschwarm lenken die Vögel, die am Rand fliegen, das ganze Kollektiv. Sie können die Richtung ändern und alle zur Umkehr bewegen, weil sie – den Einflüssen der Umgebung ausgesetzt – als erste sehen, ob sich etwas nähert, und spüren, was sich verändert, welche Gefahren drohen. Im Zentrum des Schwarms dagegen ist es sicherer, doch die Möglichkeit, sich zu bewegen, ist eingeschränkt. Die Vögel hier können nur die Reaktionen der sie unmittelbar umgebenden Tiere wahrnehmen. Das Wesentliche bleibt ihnen jedoch verborgen.
Diese Beobachtung aus der Biologie wird zum Bild für das, was BIRDS ON PERIPHERIES beim SPIELART Festival München sein will: ein Programm, das von den Rändern aus schauen, erzählen und verändern will.
Mit dieser Ausgabe lädt SPIELART eine Gruppe von sieben Ko-Kurator*innen ein, bewegende Produktionen auszuwählen, um auch den Vögeln in der Mitte des Schwarms einen Blick auf die äußeren Einflüsse zu gewähren: Gabriel Yépez Rivera (Mexiko), Virginie Dupray (Portugal), Aurélien Zouki und Éric Deniaud (Libanon), June Tan (Malaysia), Satoko Tsurudome und Sankar Venkateswaran (Indien) haben über Kontinente und Zeitzonen hinweg gemeinsam entschieden, welche Stimmen hier Gehör finden sollen. Stimmen aus Beirut, Bangalore, Kuala Lumpur, Pachuca, Goma und Abidjan – Orte, die im globalen Diskurs oft marginalisiert bleiben und doch umso eindringlicher von Erinnerung, Identität und Widerstand erzählen können.
Fünf Produktionen werden bei SPIELART zu sehen sein: Stéphanie Mwamba KIZAZI und Zantara ESQUIVE (Double Bill), Lakshman KP ANNIHILATION OF CASTE BY DR. B. R. AMBEDKAR, Carlos Cruz VETA NEGRA (VARIATION), Elie Mouhanna und Anthony Sahyoun JAHIMU S-SUWARI und January Low PENDING. Unterschiedlich in Form, Sprache und Ästhetik sind sie vereint in der Suche nach dem, was oft übersehen wird: Nach Geschichten von kolonialer Gewalt, sozialen Hierarchien, der Macht der Bilder, dem kollektiven, wie individuellen Gedächtnis. Positionen, die nicht gefällig sein wollen, sondern anstoßen, stören, widersprechen. Denn was in diesen Stücken erzählt wird, sind nicht nur Geschichten von den Rändern her – sondern Geschichten, die die Mitte ins Wanken bringen.
Die Produktionen dieser Programmlinie können Sie am letzten Festivalwochenende einzeln oder als Reihe, aufeinanderfolgend besuchen. Die verschiedenen Spielorte befinden sich alle im Kreativquartier und liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Ergänzt wird das Programm durch eine Reihe sich anschließender Artist Talks.
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Fr. 31
15:00 – 15:50schwere reiterFreier Eintritt
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Fr. 31
16:15 – 17:10HALLE 6€ 10,00
Ermäßigt € 5,00
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Fr. 31
17:30 – 18:20HALLE 6€ 10,00
Ermäßigt € 5,00
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Fr. 31
19:00 – 19:50ZIRKA€ 10,00
Ermäßigt € 5,00
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Sa. 01
12:00HALLE 6Freier Eintritt
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Sa. 01
14:00 – 17:30HALLE 6Freier Eintritt
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Sa. 01
15:00 – 15:50schwere reiterFreier Eintritt
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Sa. 01
16:30 – 17:20ZIRKA€ 10,00
Ermäßigt € 5,00
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Sa. 01
18:00 – 18:55HALLE 6€ 10,00
Ermäßigt € 5,00
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Sa. 01
19:30 – 20:25HALLE 6€ 10,00
Ermäßigt € 5,00